Tilgungsersatz
Bei einigen Baufinanzierungen trifft man immer wieder auf unterschiedlichste Varianten und Konstellationen. In vergangenen Jahren wurden bevorzugt Tilgungssurrogate bespart, um das Darlehen zu einem späteren Zeitpunkt abzulösen. Ein Tilgungssurrogat ist nichts anderes als ein Tilgungsersatz. Praktisch gesehen funktioniert das wie folgt. Während man das Darlehen nicht tilgt und konstant Zinsen bezahlt, wird parallel ein Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung bespart, die zu einem späteren Zeitpunkt fällig werden, um somit das Darlehen abzulösen. Solche Finanzierungsstrukturen müssen nicht nachteilig sein, aber meist sind sie es. Die Gründe für diese Nachteilhaftigkeit sind in mehreren Punkten zu finden.
I. Gebühren
Für einige Tilgungssurrogate wird eine Abschlussgebühr fällig. Bei Bausparverträgen ist das auf jeden
Fall so. Solch eine Gebühr ist völliger Unsinn und hilft nur dem Finanzierungsberater, weil er daraus
eine Provision einstreicht. Je nach Produkt können auch noch zusätzliche Kontoführungsgebühren auftreten.
II. Anfallende Zinsen
Die Verzinsung des einzuzahlenden Guthabens ist immer geringer als der Zins, der monatlich für das
Darlehen anfällt. Da ist es vorteilhafter von Anfang an das Darlehen zu tilgen und dadurch vom
Zinseszinseffekt zu profitieren, weil die monatliche Zinsbelastung automatisch immer geringer wird.
III. Übersichtlichkeit
Den Überblick über solch eine Finanzierung zu behalten ist deutlich schwerer als bei einem einzigen
Darlehen. So mancher Berater nutzt diese Unübersichtlichkeit aus, um weitere Finanzprodukte zu verkaufen.
Aber Tilgungssurrogate bringen auch Vorteile mit sich. So kann die Einzahlung in eine entsprechende Lebensversicherung durchaus Sinn machen, sofern dieser Schutz auch benötigt wird. Besonders bei jungen Familien kann solch eine Absicherung sinnvoll sein. Wer allerdings Absicherungsbedarf hat, sollte seinen Finanzierungsberater auch nach anderen Möglichkeiten der Absicherung fragen.